Soziale Netzwerke und die Wissenschaft
Michael Nentwich (Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften)
ABSTRACT
Auch WissenschafterInnen und deren Institutionen sind in den bekannten sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder Facebook präsent und teilweise hoch aktiv. Seit ca. 2008 haben sich auch speziell auf WissenschafterInnen abzielende Netzwerke wie ResearchGATE oder Academia.edu entwickelt, die bemerkenswerten Zulauf haben und spezielle Dienste anbieten, die auf diese spezielle Zielgruppe abzielen (etwa in Hinblick auf die Suche und Verwaltung von Publikationen, gemeinsame Schreibumgebungen, Jobbörsen oder institutionelle Verzeichnisbäume). Daneben gibt es eine Reihe spezialisierter Netzwerke von Arbeitsgruppen oder Fachverbänden. Welche spezifischen Funktionen könnten diese Netzwerke im Bereich der Wissenschaft derzeit erfüllen bzw. in Zukunft erfüllen. Was genau passiert in diesen Netzwerken, wozu genau werden sie bereits genutzt? In welchem Verhältnis stehen die hohen Mitgliederzahlen zu den tatsächlich aktiven NutzerInnen? Dominiert die angenommene Funktion des „Aushängeschildes" des Userprofils oder wird über soziale Netzwerke auch inhaltlich kommuniziert und kooperiert? Welche strukturellen Auswirkungen auf den Wissenschaftsbetrieb wären zu erwarten, wenn sich diese digitalen Netzwerke durchsetzen? Welche Faktoren sprechen gegen einen verbreiteten Einsatz? Erste Antworten auf diese Fragen werden im Vortrag auf Basis einer derzeit am Institut für Technikfolgen-Abschätzung in Wien im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Projektverbundes „Interactive Science" durchgeführten qualitativ-empirisch-analytischen Untersuchung gegeben.
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