Bildkulturen ökologischer Forschung - ein Datenbankprojekt
Prof. Dr. Angela Krewani (Philipps - Universität Marburg) und Dr. Astrid Schwarz (TU Darmstadt)
ABSTRACT
Das Datenbankprojekt ist der Forschung über die medialen und kognitiven Produktionsbedingungen und Verbreitungsstrategien von Vorstellungen über „konkrete Natur“ gewidmet. Konkrete Natur meint hier jene Natur, die uns „draußen“ begegnet, als Wald- oder Kulturlandschaft, als Stadtnatur oder Überschwemmungsgebiet. Wissenschaftlich wird diese Natur im Rahmen ökologischer Forschung untersucht, die ein ganzes Spektrum unterschiedlicher Disziplinen umfasst. Bilder werden bei der Produktion ökologischen Wissens ebenso relevant wie beim Transfer dieses Wissens in die Gesellschaft - und zurück. Abhängig vom historischen, kulturellen und methodischen Kontext wird Natur je anders visualisiert, werden andere Bilder generiert und verteidigt. Diese Bilder repräsentieren jeweils verschiedene metaphysische Vorstellungen und epistemische Modelle, sie unterscheiden sich in Bildtechnik, -strategie und -inszenierung.
In der disziplinären Paarung von Wissenschaftsphilosophie und Medienwissenschaft, sehen wir einen wichtigen innovativen Aspekt des Projektes. Der Genese und technischen Herstellung der Bilder soll ebenso nachgespürt werden, wie ihrem erkenntnistheoretischen Status. Die Fokussierung auf die Medien Fotografie und Film bedeutet eine weitere Zuspitzung: Beide hatten und haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Praktiken und Theorien in der ökologischen Forschung, in Beiden wurden und werden im Kontext bestimmter Forschungspraktiken neuartige mediale Techniken entwickelt. Solche Bilder können sein Zeichnungen, Schemata, Skizzen oder Diagramme, vor allem aber interessieren wir uns für Fotografien von Forschungsobjekten, Standorten, Personen und Institutionen.
Ziel des Projektes ist es, verschiedene ökologische Bildkulturen zu identifizieren und deren mediale Historiographien darzustellen. Ökologische Forschung kann, so meinen wir, als ein Kartierungsprogramm von Naturvorstellungen unterschiedlicher wissenschaftlicher, nationaler, philosophischer und geographischer Kulturen gelesen werden. Auf der interaktiven Website des Datenbankprojektes wurde dies ganz buchstäblich umgesetzt in der Verknüpfung von geographischen Daten mit Bildern. Dabei wird die Datenbank auch als heuristisches Werkzeug genutzt.
Technische Daten: http://bildkulturen.online.uni-marburg.de/de/projekt/netz
Das Projekt arbeitet mit Metadaten, die direkt in den Kopfbereich der Bilddatei eingebettet sind. Dort sind sie nicht nur Bildverarbeitungsprogrammen, sondern auch Suchmaschinen oder Foto-Community-Plattformen wie Flickr (http://www.flickr.com/) oder Onexposure (http://1x.com/) zugänglich. Weiterhin wird ein Markup-Schema eingesetzt, das eine Kategorisierung von über das Keywords-Feld zugewiesenen Begriffen als Sach-, Personen- oder geografische Schlagwörter erlaubt. Auf der Basis dieser Kategorisierung werden auch die für die Register- oder die Erweiterte Suche erforderlichen Datenbanktabellen erzeugt. Außerdem werden im Zuge der Verarbeitung der in den Bilddateien enthaltenen Metadaten Keywords-Einträge daraufhin untersucht, ob sie Bestandteil eines kontrollierten Vokabulars sind, das bei einer zusätzlichen Rechercheoption, der Thesaurussuche, Berücksichtigung findet.
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