Open Access: Von der Zugänglichkeit zur Nachnutzung
Heinz Pampel, Helmholtz Gemeinschaft
ABSTRACT
Mit der Unterzeichnung der„Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" haben die deutschen Wissenschaftsorganisationen 2003 die Notwendigkeit einer Publikationsstrategie betont, die darauf abzielt, „eine umfassende Quelle menschlichen Wissens und kulturellen Erbes" über das Internet frei zugänglichen zu machen. Die bisherige Umsetzung des Open Access fokussiert den für den Nutzer frei zugänglichen Zugang zu wissenschaftlichen Textpublikationen. 5.092 Open-Access-Zeitschriften und 1.683 Open-Access-Repositorien ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Publikation von Aufsätzen und anderen, mehrheitlich textuellen, Materialien. Über einen Suchdienst wie BASE - Bielefeld Academic Search Engine sind 24.512.755 Dokumente für Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft auffindbar (BASE 2010). Das Potenzial einer digital vernetzten Wissenschaft wird deutlich, wenn Informationsobjekte aller Art im Open Access nicht nur zugänglich („Gratis"), sondern auch nachnutzbar („Libre") sind. Konzepte, die unter dem Prefix "E" diskutiert werden, wie E-Science und eResearch, betonen die Chance, über die klassischen Textpublikationen hinaus Informationsobjekte wie beispielsweise Forschungsdaten im Rahmen einer datengetrieben Wissenschaft nachzunutzen. Damit eröffnet sich Forschenden eine Vielzahl neuer Herangehensweisen an wissenschaftliche Fragestellungen. Mit der dynamischen Entwicklung von Open Access gewinnt die Notwendigkeit einer Open-Access-Infrastruktur an Bedeutung, die als Teil einer virtuellen Forschungsumgebung in den wissenschaftlichen Alltag eingebunden ist und beispielsweise das Publikations- und das Forschungsdatenmanagement integriert. Der Aufbau und der Betrieb dieser technischen und organisatorischen Infrastruktur fordert die enge Zusammenarbeit zwischen infrastrukturellen Dienstleistern, Wissenschaft und Wissenschaftsmanagement. Der Beitrag widmet sich, ausgehend von einer knappen Bestandsaufnahme, der Perspektive von Open Access im Kontext einer digitalen Wissenschaft. Dabei werden insbesondere die technischen, organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Herausforderungen fokussiert.
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